Nicolas
Nicolas Entwicklungsgeschichte
Die Schwangerschaft mit Nicolas verlief eigentlich ganz toll. Einzig der insulinpflichtige Schwangerschaftsdiabetes machte mir etwas zu schaffen. Die Ärzte versicherten mir allerdings, dass das Insulin keinerlei Auswirkungen auf das Baby hätte. Die Gefahr für das Ungeborene wäre viel größer, wenn ich nicht "spritzen" würde. Die Gefahr würde in Übergewicht und unterentwickelten Organen bestehen. Also verhielt ich mich brav nach ärztlicher Anweisung und zählte BE. Da mein Blutzuckerspiegel nach dem Essen schwer in den Griff zu bekommen war, musste ich die Dosis immer weiter erhöhen. Das hatte zur Folge, dass der Spiegel zwar 1 Std. nach dem Essen normal war, ich allerdings nach ca. 1,5 Std. unterzuckerte. Die Ärzte hielten diesen Diabetes dennoch für "gut eingestellt". Also alles paletti!
Nicolas wurde in der 40. SSW durch eine normale Spontangeburt geboren. Von der ersten Geburtswehe bis zur Geburt dauerte es nur ca. 5 Stunden. Alles ohne Komplikationen und besondere Vorkommnisse. Sogar ohne Schmerzmittel oder dergleichen. Dafür blieb keine Zeit... Der Apgar etc. war völlig normal und unauffällig.
Anfangs dachten wir immer, Nicolas entwickelt sich völlig normal. Wobei uns der erste Kinderarzt bereits bei der U3 einen erhöhten Muskeltonus bescheinigte. Wegen der daraus entstandenen Unsicherheit wechselten wir leider den Arzt. Der Nachfolger befand alles für okay. Allerdings bekam Nicolas im Alter von ca. 8 Monaten Krankengymnastik, um ihn zum Drehen und Krabbeln zu bewegen. Als das dann geschafft war, fiel auch die KG flach.
Irgendwann im Alter von 11 oder 12 Monaten zog er sich an Gegenständen hoch. Mehr kam leider vorerst nicht mehr. Er konnte kein BobbyCar fahren, nicht an Gegenständen entlang gehen etc. Geschweige denn, alleine (ohne Festhalten) stehen oder gehen. Er setzte sich auch erst mit ca. 13 oder 14 Monaten alleine hin. Der Kinderarzt war der Meinung, Sitzen sei kein Meilenstein mehr...
Mit ca. 17 Monaten bekam er die nächste Verordnung für KG. Die macht er seitdem regelmäßig mind. 1x pro Woche.
Im November 2005 (18 Monate) wurde er krank. Zuerst vermuteten wir einen "normalen" Infekt. Dann tippten wir auf 3-Tage-Fieber. Was er letztendlich hatte, werden wir wohl nie herausfinden. Er wurde im Krankheitsverlauf immer schwächer. Er aß und trank kaum noch etwas. Das gab uns dann doch Grund zur Sorge. Die Kinderärztin (inzwischen hatten wir gewechselt), stellte fest, dass er schnellstmöglich viel Flüssigkeit benötige, um nicht zu vertrocknen. Ab sofort gab es ca. halbstündlich einen viertel Becher Wasser, Saft oder dergleichen mit dem Löffel oder einer Plastikspritze verabreicht. Wir freuten uns unbändig, als Nicolas ENDLICH wieder das Bedürfnis verspürte, selber zu trinken!
Trotz allem kam er irgendwie nicht wieder richtig auf die Beine. Er krabbelte und spielte nicht mehr so wie vorher. Irgendwie war alles sehr schwerfällig. Es schien, als mühte er sich noch mehr ab, als ohnehin schon. Unsere Besorgnis hierüber führte uns wieder zur KiÄ, die allerdings der Meinung wäre, wir sollten Montag wieder kommen, wenn der Zustand nicht besser werde (es war Freitag). Damit gaben wir uns nicht zufrieden und brachten Nicolas in die nächste Kinderklinik. Hier bekam er Blut für ein großes Blutbild abgenommen. Die ersten Ergebnisse bekamen wir nach ca. 1 Stunde. Alles okay - Nicolas durfte übers Wochenende mit nach Hause. Für Montag wurde eine stationäre Aufnahme geplant, da Nicolas sowieso schon einen Termin zum EEG hatte. Das wurde dann einfach vorgezogen. An das (unauffällige) EEG schlossen sich ein MRT und einige Test, u.a. des Liquors und Urins an. Soweit alles okay. Lediglich das MRT gab Grund zur Besorgnis. (Die Diagnosen sind unter "Diagnosen" aufgeführt)
Nach ein paar Tagen durfte Nicolas wieder mit nach Hause. Eine "Diagnose" hatten wir nun. Seltsam war nur, dass er nicht das typische Bild lieferte. Auch heute heißt es noch immer: Mit diesem Krankheitsbild dürfte er dieses und jenes eigentlich nicht können....
Wieder zu Hause fühlten wir uns bei der aktuellen KiÄ. auf den Befund hin leider auch nicht mehr sehr gut aufgehoben. Freunde empfahlen uns einen anderen KiA.
Letzten Sommer (2006) entschlossen wir uns, Nicolas in einen integrativen Kindergarten zu geben, um ihn optimal fördern zu können. Denn man sagt ja immer, dass Kinder sich gegenseitig im besten Maße fördern ohne zu über- oder unterfordern. Die Aufnahme gestaltete sich etwas schwierig, da Nicolas erst 2 war. Integrative Plätze sind in den meisten Fällen erst ab 3 Jahren genehmigt. Wir danken hier Herrn Hack, dem KiGa.leiter, für seinen Einsatz! In der Kita bekam Nicolas Motopädie und Logopädie.
Zusätzlich besuchten wir regelmäßig ein Frühförderzentrum zur KG. Ein SPZ mussten wir auch aufsuchen.
Im Januar (2007) entschlossen wir uns, Nicolas in der Uniklinik in Göttingen vorzustellen. 3 Tage musste er dort bleiben. Wieder wurde ein MRT, Liquorabnahme, Urintest etc. gemacht. Das MRT zeigte (zum Glück) keinerlei negativen Veränderungen. Die anderen Tests blieben auch ohne Befund.
Daraus schließen wir, zumindest nach dem heutigen Stand der Medizin, dass er immerhin keine fortschreitende Erkrankung hat.
Woher aber hat er die Schädigung???? Wir wissen es leider nicht! Zu gerne wüssten wir, was Nicolas hat! Dann wüssten wir wenigstens, worauf wir uns in Zukunft einstellen müssen. So kann uns leider niemand eine Prognose geben.
Im Sommer musste Nicolas die Kita wechseln, weil der ehemalige KiGa. leider die Türen schließen musste. *Schade* Die "neue" Kita ist aber auch toll! Nicolas fühlt sich offensichtlich wohl und die Therapien tun ihm gut.
Seit kurzem versuchen wir es auch noch mit Reittherapie. Das macht ihm großen Spaß.
Obwohl wir nicht in die Zukunft schauen können, sind wir (meistens zumindest) guter Dinge und freuen uns über seine Fortschritte. Mögen diese auch noch so klein und für die meisten Eltern selbstverständlich sein - wir sind dankbar hierfür!
Wir möchten an dieser Stelle allen Ärzten, Therapeuten und Erziehern in der "alten" und "neuen" Kita für die Unterstützung danken! Das gilt natürlich ebenso für unsere Freunde!
Unser größter Dank gebührt selbstverstädlich unserer Familie für den unermüdlichen Einsatz!